Untervermächtnis

Untervermächtnis

 

Das Vermächtnis stellt, wie das Testament, eine letztwillige Verfügung von Todes wegen dar, unterscheidet sich jedoch in mehreren Punkten von einem Testament. Bei einer testamentarischen Erbeinsetzung durch den Erblasser geht der Nachlass nach dem Tod des Erblassers automatisch in den Besitz des benannten Erben über. Wenn mehrere Erben genannt worden sind, so geht der Nachlass in die Erbengemeinschaft über. Das Vermächtnis ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Hier geht der Nachlass nicht automatisch auf den Vermächtnisempfänger über. Der vom Vermächtnis Bedachte erwirbt nicht von selbst den im zugedachten Gegenstand, sondern er erhält ein Anrecht auf die Erfüllung seines im Vermächtnis festgelegten Anspruchs. Die Person, welche durch ein Vermächtnis zur Erfüllung eines Anspruchs verpflichtet ist, gilt als der Beschwerte des Vermächtnisses. Die beschwerte Person muss erst die jeweiligen Auflagen erfüllen, um seinen Anspruch auf das Vermächtnis geltend zu machen. Das Untervermächtnis stellt eine Sonderform des Vermächtnisses dar. Da das Erbrecht der Bundesrepublik Deutschland verschiedene Sonderformen eines Vermächtnisses kennt, muss hier stark differenziert werden. Als Beispiel für eine Sonderform des Vermächtnisses kann das Untervermächtnis genannt werden. Dieses liegt dann vor, wenn die letztwillige Verfügung von Todes wegen des Erblassers mit einem eigenen Vermächtnis beschwert wurde. Wenn ein Untervermächtnis existiert, ist der Vermächtnisnehmer dazu verpflichtet, dieses zu erfüllen. Wenn der Vermächtnisnehmer dieser Auflage nicht nachkommt, kann der Vermächtnisnehmer seinen Anspruch auf die Erfüllung des ihm zustehenden Vermächtnisses nicht geltend machen. Demnach sind die Vermächtnisse in den meisten Fällen untrennbar miteinander verbunden. Erst wenn der Vermächtnisnehmer alle Auflagen erfüllt hat und dieses nachweisen kann, kann der Vermächtnisnehmer sein eigenes Vermächtnis einfordern. Durch ein Untervermächtnis kann der Vermächtnisnehmer des Hauptvermächtnisses dazu verpflichtet werden, zumindest einen Teil des Hauptvermächtnisses an den Untervermächtnisnehmer auszuliefern, da dieser ansonsten seine eigenen Ansprüche nicht geltend machen kann. Der Unterschied zu einem Testament besteht darin, dass bei einem Vermächtnis oder einem Untervermächtnis der Nachlass nicht automatisch auf den Nachfahren übergeht. Weiterhin ist der Bedachte in einem Vermächtnis oder Untervermächtnis niemals Erbe. Somit wird die Person auch nicht Träger sämtlicher Rechte und Pflichten. Der Vermächtnisnehmer wird nur einen bestimmten Vermögensgegenstand oder Geldbetrag aus dem Nachlass erhalten und bei Vorlage eines Untervermächtnisses einen Teil der Vermögensgegenstände oder des Geldbetrages weiter geben. Von Seiten des Erblassers ist darauf zu achten, dass ein Vermächtnis niemals das Pflichtteilsrecht verletzt. Somit muss der Erblasser sich zuerst nach Aufstellung seines zu vererbenden Vermögens darüber im Klaren sein, wie hoch die Pflichtteile sein werden. Bei einem zu großen Vermächtnis können Ausgleichsansprüche entstehen, welche von den Pflichtteilsberechtigten eingefordert werden können. Ein gesetzlicher Erbe muss mindestens den ihm zustehenden Pflichtteil erhalten. Dabei spielt es keine Rolle ob dieser Erbe ist oder nicht.

 

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