Verfügung

Verfügung

 

Der Gesetzgeber versteht unter der Verfügung auch Anordnungen oder die letztwillige Verfügung von Todes wegen. Dabei werden verschiedene Wege unterschieden, wie eine Verfügung vom Erblasser verfasst werden kann. Es gibt die öffentliche oder notarielle Verfügung, die eigenhändige oder handschriftliche Verfügung oder die mündliche Verfügung. Bei der mündlichen Verfügung sind jedoch Zeugen erforderlich und diese ist nur im Notfall anwendbar. Üblich sind die erstgenannten Varianten der Verfügung. Mit den genannten Arten ist es möglich, seinen letzten Willen zu Lebzeiten aufzuschreiben. Eine öffentliche Verfügung von Todes wegen muss immer im Beisein von einem zuständigen Beatmen oder im Beisein von zwei Zeugen oder einem Notar verfasst werden. Wenn zwei Zeugen vorhanden sind, so wird von einem Bürgermeister- oder Nottestament gesprochen. Dabei ist zu erwähnen, dass bei einer öffentlichen Verfügung von Todes wegen eine beglaubigte Urkunde gemäß den Anweisungen des Erblassers erstellt wird. Der Erblasser und der anwesende Beamte oder Notar unterschrieben die Verfügung von Todes wegen. Wenn zwei Zeugen gewählt wurden, so müssen diese ebenfalls durch ihre Unterschrift bestätigen, dass der Erblasser die Verfügungen, welche abgefasst worden sind, gelesen und verstanden hat. Die Unterschrift des Erblassers dokumentiert, dass dieser mit dem Inhalt seiner öffentlichen Verfügung von Todes wegen einverstanden ist. Wenn der Erblasser nicht mehr unterschreiben kann, so besteht die Möglichkeit, dass auch die Zeugen für den Erblasser unterschreiben. Bei einem Drei-Zeugen-Testament müssen die bezeugenden Personen den Inhalt des Testaments nicht kennen. Die drei Zeugen haben lediglich die Aufgabe, zu bezeugen, dass der Erblasser rechtlich einwandfrei seinen freien Willen erklärt hat. Bei einer notariellen Verfügung von Todes wegen sind keine Zeugen erforderlich. Der Notar wird mit seiner Unterschrift die erstellte Urkunde beglaubigen. Bei einer eigenhändig verfassten Verfügung von Todes wegen muss vom Erblasser ein handschriftliches Dokument abgefasst werden. Dieses ist mit einem aktuellen Datum zu kennzeichnen und anschließend zu unterschreiben. Die handschriftliche Verfügung von Todes wegen kann auch für die Aufbewahrung in eine amtliche Verwahrung gegeben werden. Diese Verwahrungsform ist freiwillig und nicht vorgeschrieben. Jedoch erleichtert die amtliche Verwahrung das Auffinden von Testamenten und beugt Missbrauch durch Erben vor. Es wird bei einer amtlichen Verwahrung immer eine Testamentseröffnung geben. Weiterhin ist bei einer handschriftlichen Verfügung von Todes wegen noch festzuhalten, dass eine Mitwirkung von Dritten oder Zeugen nicht erforderlich ist. Die mündliche Verfügung von Todes wegen kann dann rechtswirksam erteilt werden, wenn die Umstände ein anderes Vorgehen nicht mehr erlauben. Bei nahendem Tod, katastrophalen Epidemien oder Kriegsereignissen stellt die mündliche Verfügung von Todes wegen das Mittel der Wahl dar, um seinen letzten Willen zu äußern. Dabei muss der letzte Wille vor drei Zeugen erklärt werden. Es handelt sich um ein Drei-Zeugen-Testament. Dabei müssen die drei Zeugen unverzüglich die mündliche Verfügung mit der Angabe von Ort und Datum schriftlich verfassen. Weiterhin ist dieses Dokument von den drei Zeugen zu unterschreiben. Abschließend sind die drei Zeugen dazu verpflichtet, das Dokument einer zuständigen Behörde unverzüglich auszuliefern. Unverzüglich ist juristisch aufzufassen als „ohne schuldhaftes Zögern“. Wenn der Erblasser überraschender Weise wieder in der Lage sein sollte, sein öffentliches oder handschriftliches Testament zu verfassen, dann verliert die mündliche Notverfügung sofort automatisch ihre Gültigkeit. Das muss vom Erblasser beachtet werden. So kann es also durchaus erforderlich sein, dass ein neues Testament erstellt werden muss. Das Nottestament muss nicht extra widerrufen werden.

 

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