Versorgungsfreibetrag

Versorgungsfreibetrag

 

Der Versorgungsfreibetrag ist ein wichtiger Baustein im Steuerrecht der Bundesrepublik Deutschland. Darunter wird ein Freibetrag verstanden, für welchen keine Steuern zu zahlen sind. Wenn zum Beispiel ein Einkommen unter einem persönlichen Freibetrag liegt, erhebt das Finanzamt keine Steuern. Jedoch muss trotzdem eine Meldung an das Finanzamt durchgeführt werden. Diese muss unabhängig von der Unterschreitung oder Überschreitung des Freibetrages durchgeführt werden. Das für die betreffende Person zuständige Wohnsitzfinanzamt wird die Einkommensverhältnisse berechnen und anschließend entscheiden, ob eine Steuerpflicht besteht oder durch den Freibetrag eine Steuerfreiheit erreicht worden ist. Da nur das zuständige Wohnsitzfinanzamt diese Entscheidung treffen kann, kann die betreffende Person keine eigenmächtigen Entscheidungen hierzu treffen. Der Versorgungsfreibetrag wird bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit angewendet. Beim Versorgungsfreibetrag wird ein bestimmter Prozentsatz der Versorgungsbezüge, wo noch ein Zuschlag hinzugerechnet wird, als Versorgungsfreibetrag akzeptiert und bleibt damit steuerfrei. Der Versorgungsfreibetrag wird hauptsächlich bei Renten angewendet. Jedoch verliert der Versorgungsfreibetrag aufgrund des Alterseinkünftegesetzes aus dem Jahr 2004 an Bedeutung. Ab 2040 wird der Versorgungsfreibetrag aller Voraussicht nach abgeschafft, da ab diesem Jahr alle Renten zu 100 Prozent versteuert werden müssen. Anwendung findet der Versorgungsfreibetrag aber auch im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz. Im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz wird unter dem Versorgungsfreibetrag ein zusätzlicher Freibetrag verstanden, welchen den Kindern und dem überlebenden Ehegatten oder Lebenspartner des verstorbenen Erblassers gewährt wird. Geregelt ist der Versorgungsfreibetrag in § 17 ErbStG und variiert je nach Verwandtschaftsgrad und Alter des Kindes. Die Aufgabe des Versorgungsfreibetrages im Erbschafts- und Schenkungssteuerrechts ist es, einen zusätzlichen Teil des zu vererbenden Vermögens einkommenssteuerfrei zu stellen. Das wird deshalb gemacht, um die Versorgung der Hinterbliebenen zu sichern. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Freibetrag mit zunehmenden Alter der Kinder sinkt. Spätestens ab dem 27. Lebensjahr besteht keine Unterhaltspflicht, sodass der Erblasser nicht mehr in der Pflicht sein würde. Daher wird auch der Versorgungsfreibetrag ab dem 27. Lebensjahres eingestellt. Der überlebende Ehegatte erhält immer einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von EUR 256.000. Bei den Kindern kann kein pauschaler Wert angegeben werden, da sich hier der Versorgungsfreibetrag an dem Alter der Kinder orientiert. Wenn der verstorbene Erblasser Kinder unter fünf Jahren hinterlassen hat, wird diesen Kindern ein Versorgungsfreibetrag von EUR 52.000 gewährt. Bei Kindern zwischen fünf und zehn Jahren beläuft sich der Versorgungsfreibetrag auf EUR 41.000. Bei Kindern, welche das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wird ein Versorgungsfreibetrag in Höhe von EUR 30.700 gewährt. Kinder bis zum 20. Lebensjahres erhalten einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von EUR 20.500. Kinder zwischen 20 und 27 werden einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von EUR 10.300 bekommen. Kinder über 27 Jahren werden keinen Versorgungsfreibetrag bei Tod des Erblassers geltend machen können.

 

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