Vorlage Testament

Vorlage Testament

 

Wenn die Erbfolge nicht den gesetzlichen Vorgaben überlassen werden soll, so hat der Erblasser mithilfe eines Testaments die Möglichkeit, seine eigenen Vorgaben in gewissen juristischen Grenzen frei zu formulieren. Die Erstellung eines Testaments wird gewillkürte Erbfolge genannt. Die einfachste Möglichkeit, ein Testament zu verfassen, wäre, wenn beispielsweise der Ehemann als Alleinerbe im Testament genannt wird und anschließend die Tochter als Nacherbin bestimmt wird. Dieser Sachverhalt kann folgendermaßen formuliert werden:

 

Ich setze meinen Ehemann, (Vor- und Zuname), als alleinigen Vorerben ein. Nach ihm soll unsere Tochter, (Vor- und Zuname), als Nacherbin den Nachlass erhalten.

 

Ort, Datum

 

Unterschrift

 

Diese Regelung bewirkt, dass das Vermögen zunächst dem Vorerben, dem Ehemann, zugute kommt, und anschließend der Nacherbin. Weiterhin kann der Vorerbe noch zusätzlich als befreiter Vorerbe eingesetzt werden. Das hat zur Folge, dass dieser über das Vermögen frei verfügen kann. Eine nicht als befreiter Vorerbe eingesetzte Person kann nicht frei über das Vermögen verfügen und muss das Vermögen in seiner Gesamtheit erhalten. Ein Verbrauch ist nicht möglich, da das Vermögen noch an die Nacherbin übergeben werden muss.

 

Wenn ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden soll, so kann eine Formulierung wie folgt lauten:

 

Ich ordne hiermit für meinen Nachlass die Testamentsvollstreckung an. Zum Testamentsvollstrecker ernenne ich (Vor- und Zuname).

 

Diese Regelung bewirkt, dass die genannte Person entscheiden kann, ob sie als Testamentsvollstrecker in Erscheinung treten möchte. Wenn sie dieses annimmt, ist sie mit der Verwaltung und Abwicklung des Nachlasses betraut. Sinnvoll ist eine solche Regelung dann, wenn es mehrere Erben gibt und eine neutrale Person den Nachlass verwalten soll, damit es innerhalb der Erbengemeinschaft nicht zum Streit kommt.

 

Wenn ein Erbe und gleichzeitig ein Vermächtnisnehmer im Testament erwähnt werden sollen, so kann eine Formulierung wie folgt lauten:

 

Mein Sohn, (Vor- und Nachname), soll mein alleiniger Erbe sein. Meiner Schwester vermache ich mein Ferienhaus an der Nordsee (Flurstück Nr., Adresse des Objektes aus dem Grundbuchauszug).

 

Diese Formulierung hat zur Folge, dass der Sohn den gesamten Nachlass übernehmen wird bis auf das vom Erblasser vermachte Ferienhaus. Das Ferienhaus muss der Sohn an seine Tante überschreiben. Bei allen Formulierungen, Regelungen ist darauf zu achten, dass das Pflichtteilsrecht nicht verletzt wird. Sonst können Ausgleichsansprüche entstehen. Wenn das Ferienhaus mehr wert ist als es eigentlich der Tante zusteht, so kann der Erbe einen Ausgleichsanspruch gegen die Tante herbeiführen. Das wird passieren, wenn das Pflichtteilsrecht des Sohnes verletzt worden ist. Wichtig ist zudem, dass nach Möglichkeit immer klare einfach zu verstehende Sätze gewählt werden. So können keine Interpretationsfehler auftreten. Der Wille des Erblassers muss immer klar zu erkennen sein. Diese Formulierungen dienen als Anregung und können beliebig verändert werden.

 

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