Vormundschaft

Vormundschaft

 

Unter der Vormundschaft wird die allgemeine Fürsorge für ein Kind bezeichnet. Die allgemeine Fürsorge schließt auch die Fürsorge für das Vermögen eines Minderjährigen mit ein. Die Vormundschaft wird in den §§ 1773 bis 1895 BGB geregelt. Dabei entspricht der Umfang der Vormundschaft dem einer elterlichen Fürsorge. Weiterhin beinhaltet die Vormundschaft das Recht und die Pflicht, sowohl das Mündel selbst zu vertreten als auch dessen Vermögen zu verwalten. Als Mündel wird das Kind bezeichnet, welches der allgemeinen Fürsorge unterliegt. Eine Vormundschaft endet natürlich mit der Volljährigkeit gem. § 1882 BGB. Das hat zur Folge, dass dem Mündel das Vermögen, welches für ihn verwaltet wurde, übertragen werden muss. Wegen der sehr weitreichenden Rechte werden Vormundschaften nur äußerst vertrauenswürdigen Menschen übertragen. Die Vormundschaft kann von einer Pflegschaft, welche nach §§ 1909 bis 1921 BGB definiert wird, unterschieden werden. Diese hat nur den Schutz eines eingegrenzten Aufgabengebietes zum Gegenstand. Im Folgenden wird eine Vormundschaft Anordnung durch das Vormundschaftsgericht oder der Eltern dargelegt. Zur Vormundschaft kann jeder volljährige Deutsche gesetzlich verpflichtet werden, denn sie stellt ein Ehrenamt in der Bundesrepublik Deutschland dar. Ausnahmen bei der Annahme des Ehrenamtes bestehen nur bei triftigen Gründen. Diese könnten in der Minderjährigkeit des Bestellten oder dessen Geschäftsunfähigkeit begründet sein. Ein besonderes Ablehnungsrecht haben Menschen, welche bereits sechzig Jahre alt sind oder aus gesundheitlichen Gründen die Vormundschaft nicht ordentlich ausführen könnten. Wie schon erwähnt, es ist ein triftiger Grund erforderlich. Ansonsten ist die Vormundschaft auszuführen. Mit Hilfe eines Testaments kann der Erblasser eine Person bestimmen, welche Erbe wird und an seiner Stelle alle Rechte und Pflichten übernimmt. Wenn ein Minderjähriger Erbe wird, ist ein Vormund notwendig. Vormund wird in diesem Falle der von den Eltern des Mündels berufene Mensch. Wurde die Vormundschaft nicht durch die Eltern angeordnet, kann und muss das Vormundschaftsgericht nach Rücksprache mit dem Jugendamt einen geeigneten Vormund auswählen und benennen.

 

Der Vormund wird vom Gericht in drei wichtigen Fällen von Amts wegen auch bestellt:

 

  1. Wenn ein Minderjähriger nicht unter der elterlicher Sorge versorgt ist
  2. Falls die sorgeberechtigten Eltern als Personen und mit ihrem Vermögen nicht zur Vertretung des Minderjährigen geeignet sind
  3. Wenn der Familienstand eines minderjährigen Kindes nicht festzustellen ist wegen Amnesie, Kriegswirren, Findelkind usw.

 

Sollten erwachsene Menschen ihre Pflichten nicht mehr selbständig wahrnehmen können, geht die Vormundschaft des Minderjährigen in eine Betreuung gem. §§ 1896 – 1908 BGB über.

 

Das Jugendamt kann von den Eltern des Minderjährigen als Vormund nicht benannt und auch keinesfalls ausgeschlossen werden. Als Eltern Minderjähriger ist es sehr sinnvoll, im Testament oder im Erbvertrag anzuordnen wer im Falle des eigenen Ablebens vertrauenswürdig genug ist, die Vormundschaft der eigenen Kinder zu übernehmen. Die Vormundschaft kann von Angehörigen oder guten Freunden ausgeführt werden. Minderjährige Personen, geschäftsunfähige Personen oder solche, die selbst unter einer rechtlichen Betreuung stehen, sind für die Vormundschaft nicht geeignet. Sollten die Eltern keine Verfügung hinterlassen, bestimmt das Familiengericht einen Vormund.

 

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