Vorsorgeverfügung

Vorsorgeverfügung

 

Bezüglich des Alters kann festgehalten werden, dass man grundsätzlich nicht zu jung ist für eine Vorsorgeverfügung. Junge Menschen können sehr schnell durch einen plötzlichen Unfall oder eine schwere Krankheit geschäftsunfähig werden und damit keine eigenen Entscheidungen mehr treffen. In einem solchen Fall müssen nahe Angehörige schwere Entscheidungen treffen. Dies kann beispielsweise das Abschalten von lebenserhaltenden Maschinen oder die Entscheidung bezüglich einer Organentnahme sein. Es ist auch nicht klar, ob die Angehörigen im Sinne des Patienten eine Entscheidung treffen, wenn keine Vorsorgeverfügung vorhanden ist. Bezüglich lebensrettender Maßnahmen kann festgehalten werden, dass Ärzte verpflichtet sind, alles dafür zu tun, um ein Leben zu retten. Das schließt lebensrettende Operationen und Bluttransfusionen ein. Wenn dies jedoch von einem Patienten nicht gewünscht wird, kann dieser nur durch eine Vorsorgeverfügung dafür Rechnung tragen, dass sein Wille von den Ärzten umgesetzt wird. Ein Mindestalter für eine Vorsorgeverfügung kann nicht empfohlen werden, da wie anfangs erwähnt, auch Kinder und Jugendliche durch Unfall und Krankheit von heute auf morgen ihr Bewusstsein verlieren können. Es können drei Arten von Vorsorgeverfügungen unterschieden werden. Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung. Die genannten Vorsorgeverfügungen können kombiniert oder einzeln für sich verfasst werden. Durch Vorsorgeverfügungen werden Vertrauenspersonen in die Lage versetzt, stellvertretend für einen Vollmachtgeber tätig zu werden. Dies ist in der Regel auch nur dann der Fall, wenn dieser seine Angelegenheiten nicht mehr selbst zu tätigen in der Lage ist. Eine Vorsorgeverfügung als Patientenverfügung verfasst wird einen Arzt anweisen, eine genau bezeichnete Behandlung im Notfall durchzuführen oder zu unterlassen. Sie ist auch das richtige Instrument, eine Verfügung zur eigenen Leidensmilderung oder dem Sterbeprozess und dessen Abkürzung zu treffen. Die Betreuungsverfügung kann der Vorsorgeverfügung vorgeben, wen das zuständige Gericht als Betreuer einsetzen soll, falls es dazu kommen müsste. Aus der rechtlichen Perspektive betrachtet, können die Angehörigen ohne Vorsorgeverfügungen ihrerseits nichts für sie entscheiden. Ohne eine schriftliche Vorsorgeverfügung in der Hand haben sie hierzu keine Befugnisse. Eine Rechtsbefugnis, für einen anderen Menschen irgendwelche Entscheidungen zu treffen, ergibt sich nicht allein aus der Tatsache ein Angehöriger zu sein. Diese Befugnis erhält man nur aufgrund einer  Vollmacht. Ohne eine Vorsorgeverfügung sind auch die engsten Angehörigen nicht in der Lage, über Sie bestimmen zu dürfen. Das heißt: Im Zweifelsfall wird der Arzt Entscheidungen treffen, welche nach seinem geleisteten Eid für den Patienten sinnvoll sind und das Leben verlängern. Es kann festgehalten werden, dass jeder Mensch eine Vorsorgeverfügung formfrei verfassen kann. Sinnvoll ist es jedoch aus Beweisgründen, dass sie handschriftlich abgefasst und eigenhändig unterschrieben ist. Soll eine bevollmächtigte Vertrauensperson auch Grundstücksgeschäfte abwickeln dürfen, muss die Vollmacht zwingend notariell verfasst sein. Die Vorsorgeverfügung sollte sehr ausführlich und genau abgefasst werden. Wenn sie beispielsweise auch Heilbehandlungen oder Fixierungen einschließt müsste dies in der Vorsorgeverfügung ausdrücklich erwähnt sein. Es gilt auch hier: Es sollte eine möglichst einfache Formulierung gewählt werden, damit es nicht zu Interpretationsschwierigkeiten kommt.

 

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