Waisenrente

Waisenrente

 

Die Waisenrente ist eine für einen längeren Zeitraum andauernde Zahlung, welche im Falle des Todes an die Kinder oder seltener an andere nahe Angehörige gezahlt wird, wenn der Verstorbene rentenberechtigt war. Die Waisenrente wird von der gesetzlichen Sozial-, Renten- oder Unfallversicherung gezahlt. Sie kann auch durch das Unfallversorgungsrecht begründet sein. Der Sinn der Waisenrente besteht darin, dass entfallende Unterhaltszahlungen vorwiegend an die Kinder eines Verstorbenen ausgeglichen werden sollen. Eine Halbwaisenrente wird dann gezahlt, wenn noch ein unterhaltspflichtiger Elternteil lebt, eine Vollwaisenrente, wenn kein unterhaltspflichtiger Elternteil mehr lebt. Die Halbwaisenrente beträgt 10 Prozent, die Vollwaisenrente 20 Prozent der Versichertenrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte oder die er bereits bezogen hat. Zur Waisenrente wird zusätzlich ein Zuschlag gezahlt, der sich nach den zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten des verstorbenen Elternteils beziehungsweise der Eltern richtet. Hat eine Waise Anspruch auf mehrere Waisenrenten, so wird nur die höchste gezahlt. Sofern der Elternteil beziehungsweise die Eltern vor Vollendung des 63. Lebensjahres gestorben sind, wird die Waisenrente um einen Abschlag gemindert. Eine Waisenrente erhalten Kinder nach dem Tod eines Elternteils, wenn dieser die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren (beziehungsweise nur vorzeitig ) erfüllt hat. Es reicht auch aus, wenn der Verstorbene selbst eine Rente bezog. Zu den Empfängern einer Waisenrente können leibliche oder adoptierte Kinder, Stiefkinder und Pflegekinder, welche im Haushalt des Verstorbenen lebten, und Enkel und Geschwister, welche im Haushalt des Verstorbenen lebten oder von ihm überwiegend unterhalten wurden, zählen. Weiterhin ist festzuhalten, dass die Einkommensanrechnung bei Waisenrenten an volljährige Waisen ab dem 1. Juli 2015 entfällt. Ferner ist erwähnenswert, dass Waisenrenten regelmäßig bis zum 18. Geburtstag des Kindes gezahlt werden. Darüber hinaus kann der Waise die Rente unter bestimmten Voraussetzungen längstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres erhalten. Zu den Voraussetzungen gehört, wenn der Weise sich in Schul- oder Berufsausbildung befindet oder ein freiwilliges soziales Jahr, ein freiwilliges ökologisches Jahr, den Bundesfreiwilligendienst oder einen anderen nationalen oder internationalen Freiwilligendienst im Sinne des Kindergeldrechts leistet. Weiterhin erhält derjenige eine Waisenrente, welcher behindert ist und deshalb nicht selber für sich sorgen kann. Auch für Übergangszeiten von höchstens vier Kalendermonaten, beispielsweise zwischen zwei Ausbildungen, kann eine Waisenrente gezahlt werden. Wenn ein Waisenkind adoptiert wird, welches bereits Waisenrente bezieht, erhält das Waisenkind diese auch weiterhin. Sie wird auch dann unverändert weitergezahlt, wenn das Waisenkind heiratet. Erhielt der Verstorbene bereits eine eigene Rente, beginnt die Waisenrente frühestens mit dem auf den Sterbemonat folgenden Monat. War er noch nicht Rentner, beginnt die Waisenrente bereits mit dem Todestag. Eine Waisenrente wird rückwirkend für bis zu zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat gezahlt. Die genannten Personengruppen sollten sich also mit dem Thema Waisenrente auseinandersetzen, wenn ein Elternteil verstorben ist. So können finanzielle Engpässe beseitigt werden.

 

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